Pfarrkirche St. Josef


Eupen - Unterstadt

 

 

 

 

 

 

Dem Wunsche nach der eigenen Pfarre Ausdruck verleihend, haben die Unterstädter große Anstrengungen zum Bau dieser Kirche unternommen.

Am 10. August 1855 legt Weihbischof Dr. Friedrich BAUDRI den Grundstein. Der Kölner Dombaumeister Vinzenz STAZ hatte die Pläne geliefert. Doch erst neun Jahre später, am 8. Januar 1864 weiht Oberpfarrer RICHARTZ von St. Nikolaus (Oberstadt)
die Kirche ein und feiert am rechten Seitenaltar die erste heilige Messe.
Aber die Kirche ist nicht vollendet.
Erst am 10. Juli 1868 konsekriert Erzbischof Paulus MELCHERS die neue Kirche, den Hochaltar und die Seitenaltäre. Mit der Einführung des ersten Pfarrers am 22. September 1872 ist endlich das Ziel erreicht: die St. Josefs-Pfarre beginnt ihren Weg durch die Zeit.

Die dreischiffige Kirche mit Querschiff und dreiseitig abschließendem Chor entspricht dem neugotischen Stil wie er zur Zeit des Historismus üblich wurde. Das Mittelschiff hat eine Höhe von 15,75 m während die Seitenschiffe nur 7,60 m hoch sind. Die wuchtigen Pfeiler stehen in keinem rechten Verhältnis zur Größe der Kirche, wurden aber in dieser Form durch Baumeister STATZ entworfen.

Wenn Sie durch den Mittelgang schreiten, erreichen Sie zunächst die Vierung, den Mittelpunkt der Kirche, und sehen im Fenster des rechten Querschiffes Szenen aus dem Leben des hl. Josef, der überall bescheiden im Hintergrund steht. Auf die christlichen Tugenden wird im Maßwerk dieses Fensters hingewiesen. Auch das Fenster im linken Querschiff zeigt Episoden aus dem Leben des hl. Josef und im Maßwerk die sieben Gaben des hl. Geistes: Weisheit, Verstand, Wissenschaft, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
Die übrigen Fenster weisen teils auf den hl. Josef (im Chor), teils auf die Heiligen hin,
die in Eupen am meisten verehrt werden.

Die Kanzel, 1864 in Roermond geschnitzt, zeigt eine schöne Darstellung der Bergpredigt. Ihr gegenüber steht die Statue der Gottesmutter (G. Breuer - Aachen 1875), die in jedem Jahre zum Mai-Altar hergerichtet wird.
Weitergehend stehen wir bald vor dem neuen Opfertisch, der von Klaus ISERLOHE aus Aachen im Jahre 1976 entworfen und aus Blaustein verfertigt wurde.
Dahinter erhebt sich der Hochaltar, 1864 zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit errichtet, der den Mittelpunkt bildet. Links die Statuen des hl. Nikolaus, des hl. Josef, rechts die des hl. Johannes des Täufers und des hl. Lambertus, Patrone der Eupener Kirchen.

 

Rechts neben dem Hochaltar hat die Darstellung der hl. Familie (um 1870 entstanden) Aufstellung gefunden. Daneben steht heute der Taufstein, 1865 von Vinzenz STAZ entworfen.
Beide von den Eupener Wollspinnern gestiftet.

Wenden wir uns nun zum rechten Seitenaltar. Hier sehen wir die Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesuskind, die dem hl. Dominikus den Rosenkranz reicht. (In unserer Pfarre wird noch jeden Tag vor der Abendmesse der Rosenkranz gebetet). Dieser Altar, ursprünglich dem hl. Severus geweiht, ist ein Geschenk der Eupener Weber. Wir schreiten nun durch das rechte Seitenschiff und finden hier zunächst die Statue des hl. Bischofs Blasius mit den gekreuzten Kerzen.

Dann stehen wir am Beginn des Kreuzweges (Fischer, Aachen), der 1867 von den Tuchrauherrn geschenkt wurde. Der erste Beichtstuhl ist (ebenso wie der gegenüberliegende) von Vinzenz STATZ entworfen. Am Ende des Seitenschiffes wenden wir uns wieder nach rechts und sehen zu unserer Linken die Herz-Jesu-Statue (Pohl, Aachen), zu unserer Rechten am ersten Pfeiler die Statue des hl. Antonius
von Padua.

Am Mittelschiff überquerend gelangen wir nun zunächst
(am Pfeiler) zur Statue des hl. Josef. In das Seitenschiff eintretend finden wir links den Eingang zur Sakristei und die Statue des hl. Johannes des Täufers, stehen dann vor dem Gnadenbild unserer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe.

Wir schreiten nun durch das rechte Seitenschiff, vorbei an den Stationen, des Kreuzweges, und gelangen am Ende links zunächst zum Bildnis des gekreuzigten Heilandes, das seit 1889 zum großen Triumphkreuz gehörend, nun hier einen würdigen Platz gefunden hat. Unmittelbar daneben befindet sich der Eingang zur Wochentagskapelle.

Hier treffen sich täglich kleinere Gemeinschaften, die um den Tisch des Herrn geschart die hl. Eucharistie feiern.

Vor uns liegt nun der linke Seitenaltar zu Ehren der schmerzhaften Muttergottes, ein Geschenk der Frauen und Mädchen Eupens aus dem Jahre 1864.

Wenden wir uns nun wieder dem Mittelschiff zu. Hinabschreitend erblicken wir die Orgel, 1874 von den Unterstädter Werkmeistern gestiftet und 1929 in der heutigen Form erneuert mit der Statue der hl. Cäcilia.

Unter der Orgelempore angekommen, erblicken wir rechts die Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Krieges 1914-18, links das Ehrenmal für die Opfer des Krieges 1940-45.

Wir treten dann auf den Kirchplatz hinaus. Zurückblickend sehen wir über dem Portal die Reliefs des Erlösers und der Muttergottes (Pohl, Aachen 1877) und, wenn die Glocken erklingen, so denken wir daran, dass die Glocken dieser Kirche zweimal ein Opfer des Krieges wurden. Das heutige Geläute aus dem Jahre 1952 ist auf dis,fis und a gestimmt. Die gute alte Turmuhr stammt noch aus dem Jahre 1869.

Wenn wir rechts an der Kirche vorbeischauen, sehen wir im Hintergrund das Pfarrhaus, dessen Grundstein im Jahre 1873 gelegt wurde.

Quelle: Faltblatt der Kirche

 

 

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