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Gedanken zum Evangelium des Sonntags

21. und 28.07.2024

16. und 17. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium  : Mk 6, 30 - 34

In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.  Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

Gedanken zum Evangelium:

„Wir brauchen Zeit, Ruhe, Einsamkeit, um uns selber zu begegnen, um zu wissen, was uns eigentlich im tiefsten Herzensgrund bewegt und wonach wir uns sehnen. Vielleicht stehen wir an einer Wegkreuzung, vor einer Lebenswende, die uns auffordert, innezuhalten, mit uns selber zu sein.“ (Christina Kaufmann „Still sein – Ruhe aushalten“ – Karmel Impulse).

 

Jesus war immer für die Menschen da, aber er selbst ging immer wieder in die Stille, ins Gebet. In allem, was er tat, verlor er sich nicht selbst.  Die fürsorglichen Worte Jesu im Evangelium klingen nur allzu menschlich. Wonach sehnen wir uns? Brauchen wir mehr Zeit? Wenn ja, wofür? Haben wir einen Raum der inneren Ruhe? Einen „heiligen Ort“ in uns, der es erlaubt durchzuatmen und Ruhe zu finden, damit wir wieder in unserer eigenen Mitte sind? Wir alle brauchen in unserem Leben eine Quelle, etwas, woran wir uns „festhalten“ können, etwas, das uns Kraft, Mut und Zuversicht gibt.

Wir alle sind gefragt!  Wir tragen Verantwortung mit- und füreinander. „Hirt-Sein“ meint mit offenen Augen bzw. mit „dem Herz am richtigen Fleck“ durchs Leben zu gehen und das Gespür für meinen Nächsten (Wem werde ich heute zum Nächsten?) nicht zu verlieren. Mal sind wir es, die für andere Ausweg, Kraftquelle, ja, Hirte sind. Ein anderes Mal sehnen wir uns nach Heimat, Schutz und innerem Frieden und freuen uns, wenn uns jemand hilfreich zur Seite steht.

 

Lied:

Da wohnt ein Sehnen tief in uns  GL 799

von: Anita Laschet

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07. und 14.07.2024

14. und 15. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium  : Mk 6, 1b-6

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen? Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

Gedanken zum Evangelium:

Erst am letzten Sonntag haben wir gehört, wie sehr Jesus die Menschen beeindruckt.  Ja, die Menschen hungern nach seinen Worten, setzen ihre ganze Hoffnung auf ihn und erfahren dadurch eine neue Perspektive.  Und nun? Jesus geht zurück in seine Heimat. Die Menschen, die Jesus gefolgt sind – wahrscheinlich aus Neugier, was aus ihm geworden ist –  staunen über seine Worte und fragen sich, was das für eine Weisheit ist, „die ihm gegeben ist“.  Dann „kippt“ die Stimmung. Aber warum? Vielleicht sind die Menschen zuerst im Herzen berührt von dem, was Jesus sagt, aber dann fragen sie sich, woher er das hat, woher sein Wissen kommt. Mit dem Verstand stecken sie „ihren“ Jesus in eine Schublade und trauen ihm nichts Großes zu, denn „er ist ja einer von ihnen“.

Wo Menschen in Schubladen gesteckt werden, werden sie gebremst. So wie eine Pflanze Freiraum braucht, um wachsen zu können, brauchen wir Menschen diesen Freiraum. Echte Begegnung bedeutet, diesen Raum zur Entfaltung zu geben.

Zwischen Jesus und den Menschen, die im Evangelium beschrieben werden, kann sich nichts mehr entwickeln und entfalten. In seiner Heimat konnte Jesus nur wenige Menschen wirklich berühren. Damit der Glaube in uns wirken kann, braucht er unsere Offenheit und unser Vertrauen. Er muss berührt werden und sich berühren lassen. Erst dann kann der Glaube verändern und wirken und tragfähig im Alltag werden. 

Gebet:

Guter Gott, lass uns immer wieder offen sein für echte Begegnung, die Raum lässt zur Entfaltung.  Lass uns mit den Augen des Herzens die wahren Wunder des Lebens erkennen und bejahen. Stärke uns, dass wir uns von deinem Geist leiten lassen und in deiner Liebe handeln. Amen.

 

von: Anita Laschet

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