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Gedanken zum Evangelium des Sonntags

07.06.2026 - 10. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium: Joh 6, 51-58

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben, sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Gedanken zum Evangelium:

Jesus Christus möchte mit uns in Berührung kommen, und dadurch können wir in Berührung mit unserem „wahren Selbst kommen, so dass wir in Einklang kommen mit uns selbst“ (Anselm Grün).  Dies hilft uns, uns vom – oft nicht so gnädigen Urteil anderer oder dem uns selbst gegenüber oft noch weniger gnädigen – Urteil zu „befreien“.

„Letztlich ist das, was in der Eucharistiefeier geschieht, nur innerhalb einer persönlichen Beziehung zu Jesus verstehbar“ (R. Körner). Jesus möchte „uns nicht ein Gegenüber in der Ferne, sondern ein Gegenüber im Herzen“ (R. Körner) sein. Diese Berührung und Beziehung lässt eine ganz neue Sehnsucht spüren. Sie lebt von der Zuwendung und Liebe Gottes, aus jener ganz persönlichen Annahme, die mir gilt und die mir sagt: „Ja, ich will dich!“ (Andreas Knapp).

Die Prozessionen zu Fronleichnam möchten darüber hinaus zum Ausdruck bringen, dass Christus „die ganze Schöpfung mit seinem Geist und mit seiner Liebe durchdringt“ (Anselm Grün).

                                                                  

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14.06.2026 - 11. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium: Mt 9, 36 – 10,8

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philíppus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskáriot, der ihn ausgeliefert hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Gedanken zum Evangelium:

Jesus sendet seine Jünger mit einem großen Auftrag aus:  „Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.“  Die Jünger sollen also genau das tun, was Jesus getan hat! Schaut man auf die erste Zeile, heißt es:  „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen.“    Im Hebräischen und Aramäischen, der Muttersprache Jesu lautet das Wort für „Mitleid“ „rechamim“ – und das kommt von „rechem“ – Mutterschoß. Mitleid hat in der Sprache Jesu also, wer jemandem so gut ist, dass er ihn am liebsten gegen alles Unheil mit dem eigenen Leibe schützen und nähren, ja in sich selber bergen möchte. Mitleid haben heißt: Für den anderen mit allem, was man selber ist und hat, einstehen und aufkommen. Jesus ist für Matthäus der „Immanuel“, der Gott-mit-uns – so wird er gleich am Anfang des Matthäus-Evangeliums vorgestellt. Er begegnet uns bei Matthäus mit weit geöffneten Armen, die alle und alles aufnehmen und ans Herz drücken möchten. Er fühlt mit uns, geht mit uns, leidet mit uns. Weil Jesus die Not der Menschen sieht, spürt und im eigenen Herzen empfindet, sendet er die Zwölf aus. Jeder von ihnen hat sein eigenes Wesen.  Diese unterschiedlichen Wesenszüge finden wir auch in uns, in jedem Menschen. Jede und jeder von uns ist gesendet, jede und jeder von uns hat einen Bezug zu Gott, jede und jeder von uns hat den Auftrag, mit weit geöffneten Armen und einem ebenso weiten Herzen in der Welt zu stehen. Jesus verweist immer wieder auf ein Ganz-Sein und So-Sein-Dürfen von Gott her – etwa, wenn er die Geheilten mit den Worten entlässt – z. B. „Dein Glaube hat dich geheilt.“ Jesus berührte, ließ sich äußerlich wie innerlich berühren, sprach mit den Menschen und schaute die Heilsuchenden auf Augenhöhe an.

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