Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

 

Gemeinsame Gebetszeit:

Nun sind wir wieder da, wo wir im Frühjahr schon mal waren! Vieles erscheint uns trostloser als im Frühjahr, da es früher dunkel wird und wir jetzt weitaus mehr Personen aus unserem Umfeld kennen, die erkrankt sind oder wir sogar selbst an den Folgen der Krankheit oder an einem schmerzlichen Verlust leiden. Was die Vorsichtsmaßnahmen und den Umgang miteinander betrifft, sind wir schon eingeübter und kreativer geworden, um trotz Distanz Beziehungen, Gemeinschaft oder den persönlichen Glauben aufrechterhalten zu können.

Gerade in Zeiten der Unsicherheit und Angst sind wir Christen und alle Menschen dazu aufgerufen, zusammenzuhalten, einander vor Ort, per Telefon, digital oder im Gebet beizustehen, damit die Nähe Gottes auch in einer Zeit der Abstandsregeln spürbar und erfahrbar wird.

Als Zeichen der Verbundenheit werden um 18 Uhr unsere Glocken läuten mit der Einladung zu einem gemeinsamen Gebetsmoment. Als gläubige Menschen möchten wir unsere Hoffnung und unsere Gemeinschaft im Zeichen des Lichts sichtbar werden lassen und eine Laterne vor die Haustüre oder eine Kerze/Lampe ins Fenster stellen. Licht als Zeichen der Hoffnung in dieser schweren Zeit soll uns Kraft geben.

Im gemeinsamen Gebet wissen wir uns verbunden. Denn: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Gott unser Vater,

in der Gewissheit, dass wir dir unsere Sorgen anvertrauen dürfen, bitten wir dich:
Schenke allen Mutlosen Zuversicht und allen Kranken Kraft und Heilung.  Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Stärke und tröste all jene, die traurig oder einsam sind.

Schenke allen Menschen Ideen und Kreativität, um mit dieser Situation umzugehen. Sende den Menschen deinen Geist der Geschwisterlichkeit und Solidarität, damit wir füreinander zum Segen werden.

Guter Gott berühre unsere Herzen mit deiner Güte und Sanftheit.

Wir beten darum, dass bald wieder menschliches Miteinander möglich ist ohne die Gefahr von Ansteckung.

Mach uns dankbar für jeden Tag, den wir erleben dürfen.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist und lass uns dies in den kleinen Dingen des Lebens erkennen: einem Spaziergang, den schönen Farben des Himmels, dem raschelnden Laub unter unseren Füßen, einem schönen Buch, wärmendem Feuer, einer warmen Suppe oder einem netten Gespräch.

Viele Menschen fühlen sich gerade jetzt einsam. Berühre sie mit deiner Liebe und gib ihnen die Gewissheit, dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.

Behüte uns mit deinem Segen, Amen. 

Wir sind dankbar, wenn ihr diese Gedanken, die Zeichen der Verbundenheit und das Gebet weitergebt, auch – vielleicht vor allem – denen, die über die sozialen Medien nicht erreicht werden können. Keiner soll sich alleine fühlen, sondern getragen in Gemeinschaft und im Glauben.

aus dem Pfarrbrief vom 15112020

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