Die Kraft der Verbundenheit 

 

Anselm Grün beschreibt es in seiner Januarausgabe von „Einfach leben“ in etwa so: In der Apostelgeschichte bezeichnete man die ersten Christen als die Anhänger „des neuen Weges“ (Apg 19,23 f). Neue Wege brauchen außer Gottvertrauen auch Mut, Kreativität und Fantasie, Offenheit und Loslassenkönnen. Es braucht Pflastersteine und guten Zement, der alles zusammenhält, damit neue Wege entstehen und alte Wege ausgebessert werden können. Wo Menschen sich verbunden fühlen, werden sie kreative Lösungen auch in kritischen Situationen entwickeln. Dort, wo Angst herrscht, fühlen sich Menschen isoliert und sie sind „ausgebremst“. Dort, wo wir Verbundenheit spüren und erleben, können wir gut wohnen und arbeiten. Gute Gemeinschaft hält uns lebendig und macht uns lebensfähig.

Der Wunsch nach Verbundenheit gehört zu unserer Natur. Es braucht die Beziehung zu Gleichgesinnten. Beziehung brauchen wir zum Leben. Beziehungslosigkeit gehört zur größten Krankheit unserer Zeit. Viele Menschen haben auch keine Beziehung zu sich selbst. Sie spüren sich selber gar nicht. Zu Beziehung gehört eben auch mit sich selbst in Beziehung zu treten. Wer mit sich selbst nicht in Beziehung ist, der tut sich auch schwer mit Gott in Beziehung zu treten. Wer sich selbst nicht spürt, der hat auch Schwierigkeiten Gott zu spüren.

 

Als Zeichen unserer Verbundenheit auf unserem Glaubensweg und als Zeichen eines neuen Aufbruchs, eines neuen Miteinanders möchten wir in allen Kirchen uns „symbolisch“ verbinden. Verbundenheit trägt und gibt Halt. Verbindung mit mir, mit dem Nächsten, als Glaubensgemeinschaft und mit Gott.

Jeder erhält einen Wollfaden. Diesen Wollfaden kann beim Verlassen des Gottesdienstes, beim Besuch der Kirche oder im Vorfeld bei Gruppentreffen  an andere Wollfäden oder an den „Stamm“ befestigen.

Viele einzigartige Fäden verknüpfen sich so zu einem dickeren Strang und mehrere Stränge verbünden sich … zu einem Netz. Wir tragen uns durch unsere Gemeinschaft und sind miteinander verwoben. Verbunden sind wir alle mit Gott, der unsere Fäden hält.

 

            Gemeinschaft schafft Verbundenheit

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