GEMEINSAME GEBETSZEIT 

Vieles ist in unserem Leben nicht mehr so, wie noch vor wenigen Tagen. Das meiste bedrückt zutiefst, manches ist unverständlich oder wir ärgern uns über Verantwortungslosigkeit, es gibt aber auch schöne, vielleicht auch unerwartete, unverhofft bereichernde Momente, Gespräche, Erfahrungen. Der Wert von Gemeinschaft ist das, was uns allen gerade besonders bewusst wird, sei es, dass sie fehlt oder vermisst wird, aber auch, dass sie in besonderer Weise erfahren und gelebt wird (z. B. in der Familie).

So bitten wir die Menschen, sich um 15 Uhr täglich einen Moment Zeit zu nehmen, um von Herzen ein Gebet zu sprechen. Wir wollen in der Sterbestunde Jesu miteinander vereint sein und in dieser schwierigen Zeit aneinander denken und füreinander beten. Die Kirchenglocken werden als Zeichen dieser Verbundenheit ebenfalls für einige Minuten läuten.

Wenn es draußen dunkel wird, können wir außerdem als Zeichen unserer Verbundenheit und als Dank für die unermüdliche Arbeit der Pflege- und Sicherheitskräfte eine Laterne vor die Haustüre oder eine Kerze ins Fenster stellen und diesen Moment mit einem Gebetsgedanken verbinden. Als gläubige Menschen möchten wir unsere Hoffnung und unsere Gemeinschaft im Zeichen des Lichts sichtbar werden lassen. Licht als Zeichen der Hoffnung in dieser schweren Zeit soll uns Kraft geben.

Im gemeinsamen Gebet wissen wir uns verbunden. Denn: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.  

Gott, unser Vater, immer kommst du uns liebend entgegen. Betroffen von der Not dieser Tage dürfen wir dir anvertrauen, was uns auf dem Herzen liegt, was uns beschäftigt, bedrückt und ängstlich oder ratlos macht. So bitten wir dich:

Sei den Leidenden nahe, stehe denen bei, die sich Sorgen um einen lieben Angehörigen oder Freund machen, tröste all jene, die trauern.

Schenke uns allen die Kraft, mit Herz und Verstand die erforderlichen Maßnahmen und Einschränkungen mitzutragen und vielleicht auch für diese einzustehen, aber gleichzeitig offen und aufmerksam diejenigen zu begleiten, die unsere Hilfe brauchen.

Lass uns auch viele kleine Freuden wahrnehmen: Den ersten Schmetterling, das Zwitschern der Vögel, die erwachende Natur, die Sonnenstrahlen, die belebende Tasse Kaffee oder Tee, ein wohltuendes Wort, die Zeit für ein gutes Buch.

Viele Menschen fühlen sich gerade jetzt einsam. Berühre sie mit deiner Liebe und gib ihnen die Gewissheit, dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.

Behüte uns mit deinem Segen, Amen.

Gebet in PDF-Format

„Alles, worum ihr betet und bittet — glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.“ (Jesus in Markus Kapitel 11, Vers 24)

Eine Bitte haben wir an Sie / euch alle:

Wir sind dankbar, wenn ihr diese Gedanken, die Zeichen der Verbundenheit und das Gebet weitergebt, auch – vielleicht vor allem – denen, die über die sozialen Medien nicht erreicht werden können. Keiner soll sich alleine fühlen, sondern getragen in Gemeinschaft und im Glauben.

Pfarrbrief 29032020

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